Juni 01 2011
Die Höhe der Bauzinsen beeinflusst die Bautätigkeit
Je höher die Zinsen für ein Baudarlehen sind, desto weniger zukünftige Bauherren gibt es. Die meisten können mangels Eigenkapital in diesem Fall die Zinsen und die Tilgung nicht aufbringen.
Die Finanzierung eines Hausbaus ist für die meisten Menschen das größte Finanzprojekt ihres Lebens. Schließlich kosten solche Objekte beträchtliche Summen, und kaum jemand hat das Geld dafür auf der Hand. Die Zinshöhe schlägt also deutlich zu Buche, wenn man einen langfristigen Kredit aufnehmen möchte. Wichtig ist die Art der Finanzierung, wenn man die Belastung durch die Zinsen abschätzen will. Hat man Eigenkapital angespart, oder bedarf man einer Vollfinanzierung, strebt man ein Annuitätendarlehen an oder eine Bausparfinanzierung? Diese Fragen müssen im Vorfeld geklärt werden, denn sie führen zu einer unterschiedlichen Zinsbelastung und damit auch zu unterschiedlichen Tilgungsraten. Bei der Bausparfinanzierung wird zunächst angespart, und dann erst wird der Kredit zugeteilt, was zu niedrigen Zinsen und zu relativ großer Sicherheit der Einlagen führt. Darüber hinaus ist nicht nur die Zinsbelastung für die zukünftigen Bauherren wichtig, auch Förderungen im Rahmen der Altersvorsorge können eingerechnet werden. Um einen Überblick zu bekommen, hilft es, einen Baufinanzierungsrechner einzusetzen.
Sinnvoll ist es, eine Niedrigzinsphase abzuwarten und während dieser den Kredit mit möglichst langer Laufzeit festzuschreiben. Man bleibt dann von unvorhergesehenen Zinssteigerungen verschont. Das letzte Rekordtief der Bauzinsen lag im August 2010, aber auch derzeit (2011) sind die Zinsangebote durchaus noch günstig. Experten gehen davon aus, dass die Zinsen langsam, aber stetig wachsen werden. Man kann also zum Beispiel jetzt einen Baukredit für 4,56% Zinsen auf viele Jahre abschließen. Besonders für junge Menschen, die sich mit dem Abbezahlen Zeit lassen können, lassen sich daraus Vorteile ziehen.
Neben langjährigen Laufzeiten - 25 und sogar 40 Jahre sind realistisch - bieten die Geldinstitute auch flexibel gestaltete Verträge an. Beispielsweise wird eine Kündigungsfrist kurz vor Ende der Laufzeit eingeräumt, die es ermöglicht, einen möglichst günstigen Anschlusskredit zu bekommen. Man kann sich auch einen günstigen Zinssatz für die Umschuldung sichern, wenn die Laufzeit noch gar nicht zu Ende ist. Allerdings ist hier ein gewisses Risiko gegeben, man muss die Sicherung der günstigen Zinsen nämlich auch bezahlen, d. h. eine solch vorgezogene Absicherung schlägt auch finanziell zu Buche. Steigen nun die Zinsen zwischen der Absicherung des zukünftigen Darlehens und dem Ende der Laufzeit nicht oder nicht so hoch wie erwartet, kann der Kredit teurer sein, als es sich bei einfachem Abwarten der Laufzeit ergeben hätte. Für alle Zinsberechnungen und Risikoabschätzungen gibt es im Internet Vergleichsrechner.







